„Der Boxsport kann viel von der Formel 1 lernen.“
Herr Brähmer, Sie waren mit Susi Kentikian zwei Tage bei der Formel 1. Für Sie das erste Mal?
Nein, ich war 2009 im Rahmen der Universum-Veranstaltung am Nürburgring schon mal dort. Aber nur kurz. Das jetzt war deutlich ausgiebig und interessanter.
Was war denn am interessantesten?
Dass Bernie Ecclestone so klein ist. Der ist nur wenige Zentimeter größer als Susi Kentikian. Und die misst nur 1,55 Meter. Aber im Ernst: Er macht das sehr beeindruckend. In Sachen Vermarktung
kann der Boxsport viel lernen von der Formel 1. Das ist ja eine
gigantische Maschinerie. Ich durfte etwas hinter die Kulissen schauen.
In der Box von Vettel und Schumi ist es so klinisch rein wie im OP
im Krankenhaus. Das hat mich überrascht.
Wen haben Sie getroffen?
Wie gesagt, Bernie Ecclestone. Auch Michael Schumacher. Der war zwar im Stress. Aber sehr freundlich. Er hat unheimlich abgenommen im Gegensatz zum Vorjahr, als ich ihn am Nürburgring sah. Aber das braucht man heute wohl, um sehr schnell zu sein. Ansonsten haben wir fast alle Fahrer getroffen. Außer Vettel. Der war irgendwie immer beschäftigt. Klar, war ja auch sein Heim-Grand-Prix.

Was erlebt man noch an einem Vollgas-Wochenende?
Man wird zu einer Party von Mercedes eingeladen, wo Boris Becker, Franzi van Almsick und noch ein paar ViPs kommen. Da wurde vor 1000 Top-Gästen ein neues Auto präsentiert. Ein Wahnsinn war das, was die da aufgefahren haben. Aber ich habe viele nette Leute kennengelernt. Da laufen wichtige Sponsoren rum. Und ich war recht überrascht, als um Mitternacht urplötzlich knapp 40 hübsche Mädchen den Event schlagartig verließen. Bis man mir sagte, dass das die Gridgirls sind, die am nächsten Morgen schon um 8.30 Uhr wieder Fahnen halten mussten. Das Zusammenspiel von Technik, Adrenalin, Promis und einer Prise Erotik funktioniert in der Formel 1 anscheinend sehr gut. Wie gesagt, das Box-Business könnte sich einiges Abschauen.
Was war das Erstaunlichste an dem Formel-1-Erlebnis?
Dass man im Grunde nur rum sitzt, mit Leuten quatscht und dabei isst und trinkt während es sehr laut ist. Aber das lässt sich ja ganz gut aushalten. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen. Das wird nicht mein letzter Formel-1-Trip gewesen sein.
Wie geht es Ihrem Rücken?
Alles wieder gut. Ich kann wieder voll trainieren. Eine Kernspintomographie bei Dr. Kerneck in Hamburg hat ergeben, dass die Bandscheibe nicht beschädigt ist. Das war eine ärgerliche Sache. Für Hamburg am 31.Juli wäre ich wieder fit gewesen. Aber die Spannung aus dem Körper ist raus, dazu noch zwei Wochen kein Sparring. Da wäre das Risiko zu groß gewesen. Da waren sich Klaus-Peter Kohl und ich einig.
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